Premiere war am 18. Januar 2001
Regie: Mathias Neuber
Texte: Mathias Neuber, Gabi Harnisch u.a.
Darsteller:
Robert Nickel, Katrin Jähnisch,
Markus Zschintzsch, Ronne Noack,
Gabi Harnisch, Georg Nitsche,
Caterina Schacht
nicht mehr im Programm





durch das ein besoffener Zirkusdirektor führte. Eeine Klammer war zudem gegeben durch die geklonten beziehungsweise geclownten Politiker. Ein verheißungsvoller Anfang mit ausgezeichneten Stücken wie etwa Arbeitsamt und vor allem die Doppelnummer Pflegeversicherungsbetrug. An einigen Texten muß noch gearbeitet werden, sie kommen bei aller Witzigkeit nicht immer auf den Punkt. Pointen aber bleiben das Salz in der kabarettistischen Suppe. Unterm Strich: Die Truppe hat ihr Heimspiel erfolgreich bestritten, wurde mit Beifall belohnt und sollte uns unbedingt im nächsten, im siebenten Jahr (des bundeweiten Kabarettfestivals der Studenten) wieder Freude machen.
Alltägliche Typen rennen in ein todtrauriges Schicksal, das brutal komisch ist. Da ist Nora (gespielt von Maria Jänchen), ein magersüchtiges, verzweifeltes Mädchen, das nicht weiß, wie es der Einsamkeit und der großen Leere entfliehen soll. Das Leben scheint für Nora eine einzige Qual. Auch die zarte Liebe zu Tom alias Falko Niebling ändert nichts daran. Der hat seinen lukrativen Job hingeschmissen und noch einmal von vorn angefangen. Karrierfrau Bettina - brillant gespielt von Anne Pfeifer - sucht den Sinn ihres Lebens und einen Mann, den sie für sich behalten kann, einen, der nicht immer gleich nach dem Sex geht. Doch immer wieder scheitert sie daran, dass sie ihre eigenen Gefühle zu wichtig nimmt. Auch die Sekretärin Vera alias Dominique Raack kommt irgendwie nicht klar mit sich und der Welt. Hin- und hergerissen zwischen der Affaire mit dem Musiker Pit und ihrer langweiligen Ehe mit Helge - zwei Männer (gespielt von Michael Porzig) wie sie unterschiedlicher nicht sein können - irrt sie auf ihrem Lebensweg umher. Keiner will allein sein und am Ende hat keiner überlebt. Lauthals gelacht wurde sowohl auf der Bühne als auch im Publikum, trotz oder gerade wegen der Tragik. Da kommen Dinge zum Vorschein, die einfach überspitzt dargestellt sind und aus denen dann eine gewisse Komik erwächst. Und man sagt sich: "Ja, das ist wirklich krank."
Anne Hoffmann